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Sehr geehrte Frau Rabmund, sehr geehrter Herr Rüb, ich möchte nochmal kurz auf den Punkt ENE04 CO2-emissionsarme Planung zu sprechen kommen. Insbesondere der Punkt „freie Kühlung“ wirft bei uns immer noch Fragen auf. Sie schrieben uns bezüglich des Ansatzes zur Nachauskühlung über die Lüftungsanlage, dass dieser Prozess über ein „energieverbrauchendes Gerät“ erfolgen müsste und daher nicht im Sinnes des Kriteriumziels sei (s. auch Formulierung in der u.a. Mail). Jetzt gibt das BREEAM Handbuch für die freie Kühlung Umsetzungsmöglichkeiten an, die unserer Meinung nach zum größten Teil auch nur über „Geräte“ erfolgen können. Im Handbuch sind auf Seite 155 (HE3.1) folgende Vorschläge zu finden: "Die Analyse zur Freien Kühlung sollte die Berücksichtigung entsprechender Technologien aus den folgenden Bereichen demonstrieren: 1. Nachtauskühlung (welche die Verwendung einer exponierten thermischen Masse einschließen könnte) 2. Erdkühlung 3. Verdrängungsbelüftung (mit keinem aktiven Kühlsystem verbunden) 4. Grundwasserkühlung 5. Oberflächenwasserkühlung 6. Verdunstungskühlung, direkt oder indirekt 7. Trockenmittelentfeuchtung und Verdunstungskühlung mit Abwärme 8. Absorptionskühlung, mit Abwärme." Eine Erdkühlung z. B. wird i.d.R. über eine Geothermie-WP oder über einen Erdluftbrunnen in Zusammenhang mit einer Lüftung realisiert. Für beides sind energieverbrauchende Geräte notwendig. Eine wirksame Verdrängungsbelüftung kann i.d.R. nur über eine gezielt gerichtete Luftbewegung von einer Raumseite zu anderen erreicht werden. Auch hierfür ist eine entsprechend installierte Lüftungsanlage unumgänglich. Für die Nutzung von Grundwasser zur Kühlung ist mindestens eine Pumpe von Nöten, die das Wasser zum Ort der Kälteübergabe transportiert. Da i.d.R. das Grundwasser nicht direkt in den Raum geleitet wird, ist weiterhin auch eine Art Wärmetauscher/Wärmepumpe von Nötigen, der/die ebenfalls wieder Strom verbraucht. Eine Verdunstungskühlung wird erreicht, wenn Wasser verdunstet und dabei die Wärmeenergie der umliegenden Luft entzieht. Die direkteste Form der Verdunstungskühlung wäre, wenn das Wasser im Raum direkt verdunsten kann. Da in der Regel keine offenen Wasserflächen in den Räumen vorkommen, sind solche Verdunstungsprozesse auch eher in der technischen Gebäudeausrüstung zu finden. Z .B. in als adiabate Verdunstungseinheit in der Abluft einer RTL-Anlage. Diese Beispiele zeigen, dass der Einsatz eines energieverbrauchendes Gerätes zur Erfüllung des Kriteriums „freie Kühlung“ – so denken wir es uns zumindest – von BREEAM allgemein akzeptiert wird. Andererseits wüssten wir nicht, wie die vorgeschlagenen Möglichkeiten zu realisieren wären. Falls Sie uns Beispiele aus bereits realisierten Projekten nennen könnten, in denen eine freie Kühlung ohne o. g. Geräte umgesetzt worden ist, würde uns das sicherlich weiterhelfen. Wir bitten Sie nochmal um eine kurze Stellungnahme zu dieser Thematik. Vielen Dank im Voraus. Freundliche Grüße Martin Oswald

Bitte orientieren Sie sich am Ziel des Kriteriums "den Energieverbrauch von Gebäuden, die damit verbundenen CO2-Emissionen und die Abhängigkeit von aktiver Gebäudetechnik zu verringern" durch die Berücksichtigung passiver Gestaltungsmaßnahmen. Die bisherige Übersetzung "passive Gebäudesysteme" mag an dieser Stelle vielleicht irreführend sein. Die Originalformulierung "passive design" beschreibt die Intension des Kriteriums wohl besser und wird von uns in der aktualisierten Ausgabe durch "passive Gestaltungsmaßnahme" ersetzt. Was speziell mit passiven Gestaltungsmaßnahmen gemeint ist, wird anhand von Beispielen im Hinweis HE3 demonstriert und untermauert das Ziel des Kriteriums anschaulich (Gebäudeorientierung, thermische Massenspeicherung, Gebäudehülle etc.). Es handelt sich bei den Beispielen vor allem um konstruktive Maßnahmen.

Speziell auf die Belüftung, wird in Anforderung 6 eingegangen. Das Gebäude soll natürlich belüftet werden oder beispielsweise durch Verdrängungsbelüftung passiv gekühlt werden (siehe HE 3.1). Da passiv im Sinne einer konstruktiven Maßnahmen zu verstehen ist, ist anzunehmen, dass Verdrängungsbelüftung im Sinne einer thermischen Verdrängung gemeint ist, die durchaus konstruktiv herbeigeführt werden kann, wie es beispielsweise bei Häusern im arabischen Raum Tradition ist (und war lange bevor es Lüftungsanlage gegeben hat).

Bitte beachten Sie, dass die Vergleichbarkeit von Projekten gewährleistet sein muss. Eine vorgeschlagene Maßnahme sollte also hinsichtlich ihres Energieverbrauchs nachweislich vergleichbar sein mit einer natürlichen Belüftung oder den unter HE.3.1 aufgeführten Beispielen, die im Sinne konstruktiver Gestaltungsmaßnahmen zu verstehen sind. Bitte beachten Sie auch, dass es Aufgabe des Assessors und des APs ist dies final zu beurteilen.



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